Die häufigste Frage, die wir im Salon hören – und meist von Leuten, die viel zu selten baden. Denn nicht das Baden schadet dem Fell, sondern womit gebadet wird und was danach fehlt.
Der alte Rat und warum er nicht mehr stimmt
Der Ratschlag, einen Hund so selten wie möglich zu baden, stammt aus einer Zeit, in der es kaum gute Hundeshampoos gab. Was damals im Regal stand, war scharf und zog dem Fell alles heraus.
Heutige Produkte arbeiten anders. In Kombination mit Conditioner darf ein Hund deutlich häufiger ins Wasser, ohne dass Haut oder Fell darunter leiden. Im Salon baden wir Hunde teils wöchentlich, Ausstellungshunde sogar öfter – und ihr Fell ist in besserem Zustand als das der meisten, die nie gewaschen werden.
Unsere Empfehlung nach Felltyp
| Felltyp | Empfehlung |
|---|---|
| Lockig, haart nicht | alle 2 bis 3 Wochen |
| Lang und seidig | alle 1 bis 2 Wochen |
| Lang mit Unterwolle | alle 3 bis 4 Wochen |
| Dichtes Doppelfell | alle 4 bis 6 Wochen |
| Drahthaar | alle 6 bis 8 Wochen |
| Kurz | alle 3 bis 4 Wochen |
Lockiges und seidiges Fell braucht häufiger Wasser, weil es nicht haart: Schmutz, Talg und lose Haare bleiben im Fell und werden zu Filz. Drahthaar verliert durch häufiges Waschen seine Struktur, deshalb steht es am unteren Ende.
Warum seltenes Baden das größere Problem ist
Im Fell sammelt sich Talg, und Talg bindet Schmutz und lose Haare. Genau daraus entsteht Filz – nicht aus dem Waschen, sondern aus dem Nichtwaschen.
Wir sehen im Salon regelmäßig Hunde, die aus Sorge um die Haut ein halbes Jahr nicht gebadet wurden und dann geschoren werden müssen. Das ist der teurere Weg.
Die Faustregel aus dem Salon
Entscheidend ist nicht, wie oft du badest, sondern womit – und was danach kommt. Mildes Shampoo, immer Conditioner, immer föhnen. Unter diesen Bedingungen ist häufiges Baden kein Problem.
Woran du merkst, dass es Zeit ist
- Das Fell greift sich stumpf an. Es gleitet nicht mehr durch die Finger.
- Der Kamm bleibt hängen. Talg verklebt die Haare.
- Es riecht. Der typische Hundegeruch kommt vom Talg, nicht vom Schmutz.
- Das Fell wirkt platt. Besonders bei Lockenfell verliert es ohne Wäsche seinen Stand.
So baden wir im Salon
- Shampoo anmischen, nicht pur auftragen. Zwei Esslöffel auf 800 bis 1000 ml warmes Wasser. So verteilt es sich gleichmäßig und lässt sich leichter ausspülen.
- Zweimal einschäumen. Beim ersten Mal löst sich der Schmutz, beim zweiten kommt das Shampoo an die Haut. Diesen Schritt lässt fast jeder weg.
- Drei Minuten einwirken lassen. Talg braucht Zeit, um sich zu lösen.
- Immer Conditioner danach. Er legt die Haarschuppen wieder an. Das ist der Schritt, der häufiges Baden erst unproblematisch macht.
- Gründlich ausspülen. Rückstände sind der häufigste Grund für Juckreiz nach dem Baden.
- Föhnen statt lufttrocknen. Bei allem, was länger als kurz ist.
Was zwischen den Bädern zählt
Baden ersetzt kein Bürsten. Wer regelmäßig badet, aber nicht bürstet, hat trotzdem Filz – nur sauberen.
Vor jedem Bürsten Seidenspray aufs Fell, das erspart abgebrochene Haare. Bei langem Fell nach dem Bad zusätzlich Leave-In in Ohren und Achseln, dort entsteht Filz zuerst.
Nie Menschenshampoo verwenden. Menschenhaut liegt bei einem pH-Wert um 5,5, Hundehaut bei etwa 7,5. Ein Shampoo für Menschen ist für den Hund zu sauer – das ist der eine Punkt, bei dem häufiges Baden tatsächlich schadet.
Was wir dafür benutzen
Für die regelmäßige Wäsche das Hundeshampoo Easy Clean, danach immer den Conditioner Easy Smooth. Zwischen den Bädern das Fell-Seidenspray vor jedem Bürsten. Bei empfindlicher Haut das Sensitiv ohne Parfüm.
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