Wir sehen im Salon täglich zwei Arten von Hunden: die, bei denen alles selbstverständlich ist, und die, bei denen jeder Handgriff Verhandlungssache ist. Der Unterschied entsteht in den ersten Monaten.
Das Wichtigste vorweg
In dieser Zeit geht es nicht darum, den Hund sauber zu bekommen. Ein Welpe braucht kaum Pflege – sein Fell verfilzt noch nicht, seine Krallen nutzen sich ab.
Es geht darum, dass Anfassen, Bürste, Wasser und Geräusche normal werden, solange der Hund noch keine Meinung dazu hat.
Die Regel dahinter
Übe alles, bevor du es brauchst. Wer erst zur Bürste greift, wenn der erste Knoten da ist, verbindet für den Hund Bürste mit Ziehen – und hat das Problem für Jahre.
Der Plan für die ersten Monate
Anfassen, jeden Tag
Pfoten in die Hand nehmen, Ohren umklappen, Rute anheben, Lefzen hochschieben, zwischen die Zehen fassen. Zwei Minuten, ganz nebenbei. Alles, was ein Hundefriseur oder Tierarzt später anfassen muss, sollte selbstverständlich sein.
Die Bürste, bevor es nötig ist
Täglich zwei Minuten mit einer weichen Bürste, auch wenn nichts zu bürsten ist. Nicht am Rücken anfangen, sondern dort, wo es der Hund mag. Aufhören, solange es noch gut läuft – nicht erst, wenn er zappelt.
Den Föhn kennenlernen
Der häufigste Angstauslöser. Erst den Föhn nur im Raum laufen lassen, ohne ihn auf den Hund zu richten. Dann aus zwei Metern Abstand, auf kühler Stufe und niedriger Stärke. Erst wenn das nichts mehr auslöst, näher kommen.
Wasser ohne Shampoo
Den Welpen in die Wanne stellen, ohne ihn zu waschen. Ein paar Leckerchen, wieder raus. Später die Pfoten nass machen, dann die Beine. Das erste richtige Bad kommt frühestens mit zwölf Wochen.
Die Krallenzange ohne Schneiden
Einmal pro Woche die Zange in die Hand nehmen, an die Kralle halten, wieder weglegen. Später ein einziger Schnitt, dann Schluss. So wird die Zange kein Feindbild.
Auf den Tisch
Beim Hundefriseur steht der Hund auf einem Tisch. Übe das zu Hause auf einer rutschfesten Unterlage, erhöht und mit Halt. Ein Hund, der Erhöhung kennt, ist beim ersten Salonbesuch deutlich ruhiger.
Das erste Bad
- Frühestens mit zwölf Wochen. Vorher reicht klares Wasser an Pfoten und Bauch.
- Nur Welpenshampoo. Kein Produkt für erwachsene Hunde, auch kein mildes.
- Lauwarm, nicht heiß. Und niemals über den Kopf duschen – Wasser ins Ohr ist eine Erfahrung, die lange nachwirkt.
- Augen aussparen. Das Gesicht mit einem feuchten Tuch abwischen statt einzuschäumen.
- Kurz halten. Fünf Minuten sind genug. Es geht nicht um Sauberkeit.
Der Fellwechsel im ersten Jahr
Zwischen dem siebten und zwölften Monat wechselt das weiche Welpenfell zum erwachsenen Haar. Bei Rassen, die nicht haaren, verfilzt das Fell in dieser Zeit plötzlich innerhalb von Tagen.
Genau dann kommen die meisten Hunde das erste Mal völlig verfilzt zu uns. Wer in den Monaten davor täglich bürstet, merkt kaum etwas davon.
Wann zum ersten Mal in den Salon
Mit etwa vier bis fünf Monaten, sobald die Grundimmunisierung abgeschlossen ist. Der erste Termin ist ein Kennenlerntermin: anfassen, Tisch, Geräusche, vielleicht Pfoten und Gesicht. Kein voller Schnitt.
Wer wartet, bis der Hund ein Jahr alt und völlig verfilzt ist, macht aus dem ersten Salonbesuch ein negatives Erlebnis – und das bleibt.
Nie mit Zwang arbeiten
Ein Welpe, der bei der Pflege festgehalten wird, lernt, dass Gegenwehr nötig ist. Lieber jeden Tag dreißig Sekunden als einmal pro Woche zehn Minuten Kampf.
Was wir dafür benutzen
Das Welpenshampoo ist besonders mild für dünne Welpenhaut. Zum Üben die Woody S Soft mit weichen Pins, die nicht zieht. Vor dem Bürsten ein Sprühstoß Fell-Seidenspray.
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